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Silvia Böhmer

What’s next? Vom Studium der Wirtschaftsinformatik in die IT-Beratung

Finn Petersen absolvierte seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik sowie seinen Master in Information Systems am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Münster. Bereits während seines Studiums sammelte er vielfältige praktische Erfahrungen im E-Learning Developer Support sowie in Werkstudententätigkeiten im Product Management und Content Management.

Heute arbeitet Finn als IT-Consultant bei der BBHT Beratungsgesellschaft mbH & Co. KG, einer Unternehmensberatung mit Schwerpunkt auf IT, Digitalisierung und Geschäftsprozessen mit Sitz in Münster.

Wir haben mit Finn über seine Studienzeit, seine praktischen Erfahrungen während des Studiums und seinen Einstieg in die IT-Beratung gesprochen.

Warum hast du dich für ein Studium der Wirtschaftsinformatik entschieden und welche Schwerpunkte oder Themen haben dich während deines Studiums besonders interessiert?

Als ich mein Abitur gemacht habe, wusste ich noch nicht so genau, was ich später mal machen will, und wollte mir deswegen die Optionen relativ offenhalten. Deshalb habe ich überlegt, welche Studiengänge eher zu meinen Stärken passen und mir verschiedene berufliche Möglichkeiten offenlassen würden. Das Zusammenspiel von Aspekten der Informatik und dem betriebswirtschaftlichen Überblick fand ich einfach sehr interessant. Im Studium haben mir dann vor allem die Vorlesungen rund ums Projekt- und Prozessmanagement Spaß gemacht. Ich kann mich aber auch noch gut an die Projektseminare und Seminare erinnern, die durch die Abwechslung zum normalen Vorlesungsaufbau sehr viel Spaß gemacht haben.

Du hast bereits während deines Studiums praktische Erfahrungen gesammelt – unter anderem im Bereich E-Learning sowie in Werkstudententätigkeiten im Product Management und Content Management. Wie kam es dazu und inwiefern haben dich diese Erfahrungen auf deinen heutigen Beruf vorbereitet?

Ehrlich gesagt stand es aus finanziellen Gründen nie zur Debatte, ob ich nebenher arbeite oder nicht und da habe ich nach einigen Jobs, die eher fachfremd waren, irgendwann gedacht „Wenn ich schon arbeite, dann kann ich ja wenigstens auch ein paar Erfahrungen sammeln.“ Letztendlich bin ich dann über einen Freund an den Job gekommen und habe ihn dann bis zu meinem Abschluss gemacht. Vorbereitet hat es mich vor allen Dingen über die Strukturen und die Art und Weise der Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen. Ich nehme das auch heute noch als essenziellen Punkt des Jobs wahr, einfach Wert auf die kommunikativen Aspekte der Zusammenarbeit im Team zu legen. Dabei helfen natürlich die Strukturen und regelmäßige Meetings, aber auch Soft Skills wie Moderation von Diskussionen etc. und die lernt man eben am besten in der Praxis.

Wie bist du nach deinem Studium zur IT-Beratung gekommen und was hat dich an diesem Berufsfeld besonders angesprochen?

Die Beratung an sich hat mich fasziniert, weil man dort die Möglichkeit bekommt, in verschiedenste Projekte reinzuschauen und auch recht schnell Verantwortung zu übernehmen. Zur BBHT bin ich damals über meine Masterarbeit gekommen. Durch das halbe Jahr habe ich dort schon einen sehr guten Einblick bekommen und für mich entschieden, dass das ein guter Ort ist, um ins Berufsleben zu starten.

Was genau macht ein IT-Consultant und wie sieht dein Arbeitsalltag bei BBHT aus?

Das ist natürlich sehr abhängig vom Projekt, der jeweiligen Phase und der Teamkonstellation. Ich arbeite aktuell in einem Projekt, in dem wir anfangs mit einem sehr kleinen und mittlerweile einem größeren Team recht agil Anwendungsentwicklung betreiben. Anfangs war ich als Business Analyst und Tester unterwegs, dann zwischenzeitlich auch als Scrum Master, und mittlerweile trage ich dort BBHT-seitig die Projektverantwortung. Der Arbeitsalltag ist dadurch recht abhängig davon, ob es neue Kolleg:innen gibt, die ongeboardet werden müssen etc. Generell starte ich morgens damit, mir einen Überblick zu verschaffen, um vorbereitet ins Daily gehen zu können. Dann haben wir vormittags einiges an Terminen und Abstimmungen und nachmittags habe ich meistens Zeit, Dinge zu erarbeiten und in der Konzeption von neuen Features voranzukommen. Grundsätzlich bin ich aber natürlich nicht nur im Projekt tätig, auch BBHT-intern fallen immer mal Dinge an. Zum Beispiel Business-Analyse oder Scrum-Schulungen, die ich mit anderen Kolleg:innen vorbereite und halte (letztes Jahr sogar mit einigen Teilnehmer:innen vom WINet).

An welchen Projekten oder Themen arbeitest du derzeit besonders gerne?

Schulungen halten und vorbereiten macht mir tatsächlich sehr viel Spaß, auch weil es immer eine schöne Abwechslung zum Projektalltag ist. Aber auch in meinem Projekt arbeite ich nach wie vor gerne, da wir immer wieder neue Anforderungen kriegen und auch zusätzlich zur Verarbeitung von durch KI extrahierte Daten (was unser Kernthema am Anfang war) immer wieder weitere Verantwortlichkeiten kriegen. Dadurch muss man sich immer mal wieder in ein neues Thema einarbeiten und hat dadurch auch immer wieder Erfolgserlebnisse, wenn man sich ein Thema erarbeitet hat.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit als IT-Consultant von deinen Vorstellungen während des Studiums?

Primär durch die Größe des Anteils den weiche Projektfaktoren auf den generellen Projekterfolg haben. Unser Team funktioniert vor allem deswegen so gut, weil wir sehr gut zusammenarbeiten und uns so zuarbeiten können. Dazu haben wir eine sehr offene Feedbackkultur und ein Vertrauenslevel geschaffen, das allen das Gefühl gibt, sich bei wichtigen Entscheidungen einbringen zu können. Ich bin fest davon überzeugt, dass es nur dadurch überhaupt möglich ist, dass ich und meine Kolleg:innen ihre Skills bestmöglich einbringen können.

Was war für dich persönlich die größte Herausforderung beim Einstieg ins Berufsleben und wie bist du damit umgegangen?

Die Umstellung ist schon spannend, ich habe sie aber vor allen Dingen als positiv wahrgenommen. Im Studium ist man gefühlt nie wirklich fertig: Man könnte immer noch mehr lernen, Vorlesungen nacharbeiten oder Präsentationen vorbereiten. Das hat mich zum Ende meines Studiums doch zunehmend genervt. Daher habe ich nach dem Umstieg das Gefühl, wirklich Feierabend oder Wochenende zu haben, sehr genossen. Trotzdem ist natürlich nicht alles einfach und vor allem gibt man je nach Projekt auch ein ganzes Stück Selbstbestimmung auf, die im Studium natürlich maximal hoch ist. Ich habe aber bei der Entscheidung für meinen Berufseinstieg auch darauf geachtet, dass ich mir diese, soweit es geht, erhalten kann. Ich habe also, alles in allem, den Berufseinstieg gar nicht als so wahnsinnig herausfordernd wahrgenommen, sodass vermutlich die größte Herausforderung die Umstellung des Schlafrhythmus war.

Welchen Tipp würdest du heutigen Studierenden der Wirtschaftsinformatik mit auf den Weg geben, die sich für eine Karriere in der IT-Beratung interessieren?

Ich glaube, dass es wahnsinnig hilfreich ist, früh über den Tellerrand hinauszuschauen und sich mit verschiedenen Aspekten zu beschäftigen, die über die Vorlesungsthemen hinausgehen. Dazu macht es Sinn, sich verschiedenste Beratungen anzuschauen, denn Beratung ist nicht gleich Beratung. Ein Einstieg in der Strategie- oder Managementberatung erfordert sicherlich ganz andere Dinge als die eher operative Tätigkeit, die ich ausführe. Ich hatte das große Glück, für meine Masterarbeit verschiedenste Beratungen zu interviewen und konnte mir damit ein Bild verschaffen und schauen, was ich will. Das hat mir in der Entscheidung dann definitiv geholfen. Ich würde daher empfehlen, jede Möglichkeit zu nutzen, die sich in diese Richtung auftut, um für sich zu validieren, ob das wirklich das ist, was man will, und wenn ja, wo man sich das vorstellen kann.