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Silvia Böhmer

25-jähriges Dienstjubiläum von Dr. Adam Widera an der Universität Münster

Prof. Dr. Jan vom Brocke, Dr. Adam Widera und Prof. Dr.-Ing. Bernd Hellingrath (v.l.n.r.)

Seit vielen Jahren prägt Dr. Adam Widera mit seinem Engagement und seiner Expertise das Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität Münster. Seine akademische Laufbahn an der Universität begann bereits früh: Während seines Studiums der Politikwissenschaft, Philosophie und Wirtschaftspolitik war er von 2002 bis 2005 als studentische Hilfskraft am Institut für Politikwissenschaft tätig.

Im Anschluss arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft und Internationale/Vergleichende Politische Ökonomie, bevor er im Jahr 2006 an das Institut für Wirtschaftsinformatik wechselte. Dort war er zunächst als Projektkoordinator im BMBF-geförderten Projekt „Computergestützte Hochschullehre hybrid“ am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Controlling tätig. Anschließend unterstützte er als Geschäftsführer und Dozent den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Logistik, wo er seine Leidenschaft für humanitäre Logistik und Krisenmanagement entdeckte und in diesem Bereich promovierte.

Im Dezember 2013 gründete Adam Widera zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Bernd Hellingrath das ERCIS Competence Center Crisis Management (C³M) und gestaltet als Managing Director die Arbeit und Weiterentwicklung des Zentrums maßgeblich mit. In den vergangenen Jahren akquirierte er mehrere nationale und internationale Forschungsprojekte, sodass C³M zu einem wichtigen Akteur in verschiedenen Netzwerken der Forschungs- und Praxislandschaft geworden ist. Im Jahr 2020 übernahm Adam Widera zudem die Rolle des stellvertretenden Geschäftsführers des Instituts und unterstützt seit diesem Jahr auch die Geschäftsführung der ERCIS Flow Factory.

Anlässlich seines 25- jährigen Dienstjubiläums haben wir ihm einige Fragen gestellt: 

 Sie haben ursprünglich Politikwissenschaft, Philosophie und Wirtschaftspolitik studiert – wie kam es dazu, dass Sie schließlich am Institut für Wirtschaftsinformatik gelandet sind?

Ich habe nach meinem Magister an einer Studie mitgewirkt und recht schnell für mich festgestellt, dass mir die Praxisnähe und Forschungsimpact ein bisschen gefehlt hat. Während dieser Zeit war ich gleichzeitig an einem EU-Projekt beteiligt, an dem auch das Institut für Wirtschaftsinformatik über unseren aktuellen Institutsdirektor, Prof. Dr. Jan vom Brocke, eingebunden war. Darüber bin ich auf das spannende Projekt „computergestützte Hochschullehre“ gestoßen, bei dem eine Mitarbeiterstelle als Projektkoordinator vakant war. Da habe ich nicht lange gezögert und mich sofort beworben. Schnell wurde die Wirtschaftsinformatik zu meiner neuen akademischen Heimat.

Sie sind seit vielen Jahren am Institut tätig – zunächst als Projektkoordinator und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Logistik, an dem Sie auch promoviert haben. Welche Projekte oder Erfahrungen waren für Sie in dieser Zeit besonders prägend?

Ich könnte hier sehr viele Highlights nennen. Wenn ich aber ein Projekt hervorheben soll, dann wäre das DRIVER+, das bislang größte Krisenmanagement-Projekt der EU mit über vierzig Partnern aus Europa. Das Projekt war nicht nur interessant, weil wir als Kompetenzzentrum verschiedene Forschungsergebnisse mit der Krisenmanagement-Praxis unter realistischen Bedingungen testen und evaluieren konnten, sondern auch, weil wir als einzige universitäre Einrichtung im Konsortium zusammen mit dem Joint Research Center der Europäischen Kommission eine neuartige, praxis-getriebene Evaluationsmethode, die Trial Guidance Methodology (TGM), entwickeln und erproben durften. Die Realität in der Forschungsförderung sieht leider oft so aus, dass die Ergebnisse nach Projektende in Vergessenheit geraten. Bei der TGM war es aber ganz anders. Die Methodologie wurde von vielen Akteur*innen in der Sicherheitsforschung aufgegriffen und in zahlreichen Initiativen und anderen Forschungsprojekten angewendet. Das i-Töpfelchen war dann im letzten Jahr sicherlich die Verleihung des Security Innovation Award der Europäischen Kommission und des DG HOME in der Kategorie „Best Open Source Innovation 2025“.

Seit 2013 sind Sie Managing Director des ERCIS Competence Center Crisis Management (C³M). Wie hat sich das Zentrum und Ihre Arbeit dort in den vergangenen Jahren entwickelt?

Nach einem anfänglichen Fokus auf logistische Abläufe und Informationssysteme bei internationalen Katastrophen, haben wir durch erfolgreich eingeworbene Forschungsprojekte zunehmend die europäische und regionale Perspektive in den Blick genommen. Spätestens mit dem Ausbruch der Corona Pandemie hat sich unsere Forschung stärker auf den nationalen und kommunalen Bevölkerungsschutz konzentriert. Damit einhergehend hat sich auch die Landschaft unserer Stakeholder deutlich erweitert, sodass wir neben internationalen Nicht-Regierungsorganisationen auch die unterschiedlichen Einsatzorganisationen sowie Behörden zu unseren festen Praxispartnern zählen.

Das gesamte Institut dankt Adam Widera für seine gute Arbeit, Loyalität und das anhaltende Engagement. Wir freuen uns auf viele Jahre weiterer guter Zusammenarbeit.