Digitalisierungsstrategien als Grenzobjekte: Akteurskonstellationen, Inhalte und institutionelle Grenzbearbeitung in Mittelstädten
Abstract
Digitale Transformation in Kommunen setzt die koordinierte Zusam-menarbeit heterogener Akteure voraus. Digitalisierungsstrategien können dabei als Grenz-objekte Orientierung bieten und Anschlussfähigkeit herstellen. Auf Basis einer qualitativenDokumentenanalyse von 24 Strategiedokumenten aus Mittelstädten in Nordrhein-Westfalenwird untersucht, wie diese Grenzobjekte Inhalte und Beteiligungskonstellationen strukturieren. Die Ergebnisse zeigen erstens eine überwiegend organisationsinterne Erarbeitung mitnachgelagerter politischer Rückkopplung. Zweitens besteht ein Zusammenhang zwischenbreiter Akteursbeteiligung und größerer Handlungsfeldabdeckung, wodurch Strategien häu-figer über verwaltungsinterne Prozessdigitalisierung hinaus auf gesamtstädtische, inter- undtransdisziplinäre Transformationsbezüge zielen. Drittens sind zentrale Verwaltungstrendsweitgehend unabhängig vom Beteiligungsumfang. Insgesamt verdeutlichen die Befunde, dassStrategien als Grenzobjekte, im Sinne von gemeinsamen Referenzpunkten, strukturierteAbstimmungs- und Aushandlungsprozesse unterstützen und damit umfassende Transforma-tion begünstigen.
Keywords
Kommunale Digitalisierungsstrategien, Grenzobjekte, Digitale Transformation, Transdisziplinarität