Digitale Wahlen mit der BundID: Potenziale zur organisatorischen Entlastung kommunaler Verwaltungsprozesse
Zusammenfassung
Die Organisation politischer Wahlen stellt die Verwaltungen, insbesondere bei vorgezogenen Wahlterminen, vor enorme organisatorische und logistische Herausforderungen. In der vorliegenden Studie werden daher die potenziellen Einsparpotentiale durch eine Umstellung auf eine vollständig digitale Wahl durch die Authentifizierung mittels BundID betrachtet. Zur Erfassung des derzeitigen Ablaufs der Organisation analoger Wahlen wurden vier Experteninterviews mit den Sachbearbeitenden kommunaler Wahlämter mit unterschiedlich hoher Anzahl an Wahlberechtigten und verschiedener Rechtstellung geführt und im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse hinsichtlich möglicher Entlastungen ausgewertet. Die Ergebnisse der Interviews verdeutlichen eine ausgeprägte Personalbindung unterschiedlicher Abteilungen sowie ehrenamtlicher Wahlhelfenden in vierstelliger Höhe, die im Kontext einer Systemumstellung signifikant reduziert werden könnte. Zudem lassen sich aus dem dargestellten Ressourcenaufwand einer papierbasierten Wahl, der insbesondere mit einer hohen Briefwahlbeteiligung und den in diesem Zusammenhang anfallenden zeitintensiven Arbeitsschritten einhergeht, Optimierungsmöglichkeiten durch eine digitale Wahl ableiten. Die aufgezeigten hohen organisatorischen Entlastungspotentiale könnten daher im politischen Diskurs zu einer möglichen Wahlrechtsreform beitragen.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Digitale Wahlen, Verwaltungsentlastung, BundID, Multiple Case Study