Erfahrungsberichte Erasmus-Studium

Du bist daran interessiert, ein Auslandssemester an einer Partneruniversität des WI-Instituts zu absolvieren? Lies hier nach, für welche Länder sich WI-Studierende entschieden haben und welche Erfahrungen sie im Ausland gemacht haben. Finde außerdem heraus, warum Austauschstudierende sich für ein WI-Studium an der WWU Münster entschieden haben und was ihnen an Münster besonders gut gefällt.

  • Thomas (Litauen)

    Wo und wann hast du dein Erasmus-Semester gemacht?

    Ich bin 2015, während meines Bachelorstudiums, ins Ausland gegangen. Mein Erasmus-Semester habe ich an der Technischen Universität in Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens, gemacht. 

     

    Warum hast du dich für ein Auslandssemester mit Erasmus entschieden? Was war deine Motivation? 

    Ich wollte wissen wie es ist, im Ausland zu studieren und weil ich zu dem Zeitpunkt nur Positives gehört hatte, wollte diese einmalige Chance nutzen. Eher zufällig war ich auf der “Wege ins Ausland” - Messe des International Office und habe dort mit vielen Leuten gesprochen, die bereits ein Erasmus-Semester gemacht hatten und mir von ihren Erfahrungen erzählt haben. Das hat mich auf jeden Fall in meinem Vorhaben bestärkt.

     

    Warum Litauen?

    Ich konnte bei meiner Bewerbung drei Präferenzen angeben und habe mich für nordische bzw. baltische Staaten entschieden. Dabei habe ich darauf geachtet, an welchen Universitäten mich die Kurse am meisten interessierten. In Kaunas hatte ich das Glück, dass mir viele der Kurse für mein WI-Studium an der WWU angerechnet werden konnten. Meine Kurswahl konnte ich auch schon direkt während des Bewerbungsprozesses festlegen. 

     

    Welche Unterschiede im Ausland hast du zum gewohnten Uni-Alltag in Münster feststellen können?

    Kaunas hat, wie Münster, ca. 300.000 Einwohner und ist eine typische Studentenstadt mit einer großen Universität. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass der Uni-Alltag in Litauen etwas entspannter war. Die meisten Kurse hatte ich mit vielen anderen Erasmus-Studierenden zusammen. Wir haben oft in Gruppen zusammengearbeitet, was unter anderem daran lag, dass die Kurse relativ klein waren, meist nur mit um die 20 Studierenden. Ich habe an der Faculty of Economics and Business studiert, die ziemlich modern ausgestattet war. Meine Kurse dort waren alle auf Englisch. Die Umstellung der Unterrichtssprache hat gut geklappt und ich habe am Anfang nur wenig Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen.  

     

    Wie hast du deine Freizeit während deines Erasmus-Semesters verbracht?

    Meine Freizeitgestaltung sah immer unterschiedlich aus. Ich bin sehr viel mit anderen Erasmus-Leuten durch Litauen, aber auch in andere Länder, gereist. In den meisten Städten gab es außerdem sehr aktive Erasmus-Vereine. Während des Semesters hat z.B. das ESN-Netzwerk viele Ausflüge angeboten, an denen man teilnehmen konnte. Ich bin aber auch selber viel rumgereist, z.B. durch das Baltikum oder nach Polen und Tschechien. Das Nachtleben dort habe ich natürlich auch ausgekostet. ;)

     

    Was hast du während deines Auslandssemesters gelernt? 

    Ich habe gelernt, dass man sich einfach auf neue Situationen einlassen sollte und offen für das sein sollte, was kommt. Ich habe mir z.B. ein Zimmer mit einer anderen Person geteilt, die ich vorher nicht kannte. Am Anfang war ich mir nicht sicher: Wie wird das? Aber wir haben uns sehr gut verstanden und meine Bedenken waren völlig umsonst. 

     

    Was hat dir am besten an deiner Erasmus-Erfahrung gefallen?

    Mir hat am besten das Zusammenfinden von Menschen aus unterschiedlichen Ländern gefallen. Durch meinen Auslandsaufenthalt habe ich Freunde aus allen europäischen Land gefunden. Denn dadurch, dass wir alle gemeinsam in einem Wohnheim gelebt haben, sind wir echt eine eingeschworene Truppe geworden.   

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    Hast du Tipps für Studierende, die überlegen, ins Ausland zu gehen? 

    Man muss sich wegen der Sprachbarriere keine großen Sorgen machen. Ich hatte das Gefühl, immer gut aufgestellt zu sein und passend reagieren zu können. Mein Englisch wurde im Verlauf des Semesters auch immer besser. Man muss auch keine Angst davor haben, keinen Anschluss oder Freunde zu finden. Denn: Alle befinden in der gleichen Situation. 

     

    Wenn du deine Erasmus-Erfahrung in drei Worten beschreiben könntest - welche wären es?

    Einzigartig, integrativ, spaßig!

  • Katharina (Schweden)

    Wo und wann hast du dein Erasmussemester gemacht?

    Ich war in Luleä, Schweden, im Wintersemester 2019/20. Der Ort war sehr klein und liegt sehr weit im Norden, am Polarkreis. Es gab genau zwei Plätze für das Erasmussemster dort, die haben meine Freundin aus dem Studium und ich bekommen. Die Freundin kenne ich schon seit Beginn des Studiums, wir studieren gemeinsam WI und haben uns natürlich total gefreut, gemeinsam dort zu studieren für ein Semester.

    Ich hatte mich eigentlich nur für ein Semester angemeldet, welches bis Weihnachten ging. Die teilen das Semester dort immer in zwei Quartale auf. Ich habe dann noch einmal für ein Quartal verlängert, sodass ich dann zum Sommersemester wieder in Münster war. Daher ging das Semester dann bis Ende März. Weihnachten habe ich zuhause verbracht, bin aber Mitte Januar noch einmal für zwei Monate hingeflogen, weil es mir so gut gefallen hat dort. 

     

    Warum hast du dich für ein Auslandssemester mit Erasmus entschieden? Was war deine Motivation? 

    Ich habe mich über den normalen Prozess beworben und war anfangs gar nicht so sehr motiviert. Ich wollte mich einfach mal bewerben und dann entscheiden, ob ich das auch wirklich mache. Dann habe ich die Zusage erhalten und wollte das natürlich auch nicht ablehnen. 

    Meine größte Motivation war, wo anders mal zu leben und ein anderes Land kennenzulernen. Mir war auch wichtig, mein Englisch noch einmal zu verbessern und die Sprache auch alltäglich anzuwenden. Im Vorfeld hatte ich auch viel positives gehört über ein Erasmussemster. Daher ist meine Wahl auch auf Erasmus gefallen, durch die Förderung hat das für mich eine gute Option für ein Auslandssemester dargestellt.

     

    Wie war dein erster Eindruck der Uni und der Veranstaltungen?

    Es war alles super entspannt, dadurch dass es eine relativ kleine Stadt war. Alles war super organisiert, wir konnten im Vorfeld unser Wohnheim aussuchen und wurden dort vor Ort vom Flughafen abgeholt und zur Uni gefahren. Wir hatten auch eine Welcome-Week als Einführungswoche mit vielen Aktivitäten, die auch während des Semesters noch stattfanden. Das war dann auch super, um die Leute kennenzulernen. Wir haben uns dann auch alle sehr schnell innerhalb der Erasmus-Gruppe kennengelernt, da wir auch alle sehr nah beieinander gewohnt haben. Daher war der erste Eindruck echt gut. Als ich ankam, dachte ich mir direkt „Warum habe ich jemals darüber nachgedacht, kein Erasmus zu machen?“. 

    Das Wetter war leider ein wenig schlecht am Anfang, vor allem im Vergleich zu Deutschland. Man hat aber auch schnell gelernt, damit umzugehen. Es wurde immer sehr früh dunkel in Schweden. Was aber sehr schön war, war die lange Dämmerung. Man hatte quasi vier Stunden lang einen Sonnenuntergang. Das war eine schöne Erfahrung, auch weil es total anders ist als in Deutschland. 

     

    Welche Unterschiede im Ausland hast du zum gewohnten Uni-Alltag in Münster feststellen können?

    Es gab sehr viele Gruppenarbeiten. Zum Beispiel hatten wir im Marketingkurs ein Projekt mit dem lokalen Hockeyverein - Hockey ist dort ja sehr beliebt. Die Idee dahinter war praxisorientiert, sodass man sein Wissen anwenden konnte. Wir wollten ausarbeiten, wie man Studenten für Hockeyspiele begeistern kann. 

    Die Uni war, im Gegensatz zu Münster, eine Campus-Uni. Die Wohnheime waren auch direkt vor Ort. Die Uni war sonst super modern und technisch gut ausgestattet. 

     

    Was war deine Unterrichtssprache und bist du gut damit zurechtgekommen?

    Die Unterrichtsprache war Englisch. Das war total entspannt, die Schweden sprechen auch echt gutes Englisch, sodass ich in den Kursen keine Probleme hatte. 

     

    Welcher Kurs hat dir besonders gut gefallen und aus welchen Gründen? 

    Das war der Marketing-Projektkurs, den ich am interessantesten fand, vor allem weil es praxisorientiert war. In der Vorlesung haben wir den theoretischen Teil gelernt und im Nachhinein noch Berichte über das Projekt und unsere Ergebnisse geschrieben. Der „Schwedisch für Anfänger“-Kurs am Anfang war auch echt interessant. Das war eine super nette Kursleiterin, die das gemacht hat und uns auch viel über die schwedische Kultur erzählt hat.

     

    Wie hast du deine Freizeit während deine Erasmussemesters gerne verbracht?

    Am Wochenende haben wir viele Trips unternommen und waren zum Beispiel auch in Norwegen oder Ski fahren. Wir waren generell auch viel draußen. Das Besondere an unserer Stadt war, dass diese direkt am Meer liegt und viele Inseln drum herum hat. Das friert im Winter dann komplett ein, die nennen das auch „Ice World“. An den Wochenenden waren viele Leute dort zum Spazieren oder Schlittschuhfahren. 

     

    Was war dein größtes Learning? Was hast du während deines Auslandssemesters gelernt? 

    Man hat schon viel für sich selbst mitgenommen, ich gehe viele entspannter an Neues ran. Ich habe auch gelernt, mich besser zu organisieren durch die ganzen Gruppenarbeiten. Ich habe auch das Gefühl, dass ich reifer und offener geworden bin. Man findet sich auch ein bisschen mehr selbst und weiß, wo man steht. Ich bin mir bewusster darüber geworden, was ich möchte und dass ich gerne noch mehr reisen würde.

     

    Was hat Erasmus für dich vorher bedeutet, was bedeutet es jetzt?

    Vorher war Erasmus für mich mehr auf die Uni bezogen: Ein anderes Unisystem und eine andere Sprache kennenlernen. Jetzt im Nachhinein sind es die Menschen, mit denen man immer noch Kontakt hält. Und die Erfahrungen, die man daraus genommen hat, sowie die Erinnerungen, die man gemeinsam erlebt hat. 

    Was nimmst du von deiner Erasmus-Erfahrung mit (für deine Zukunft)?

    Dass ich gerne noch ein Erasmus machen möchte! Ich bin ein ehrgeiziger Mensch, aber habe durch dieses Semester auch gelernt, dass man die Studienzeit nutzen sollte, um Neues auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Ich möchte gerne mehr reisen und habe durch mein Erasmus Motivation geschöpft, Neues auszuprobieren. 

     

    Was war dein persönliches Highlight-Erlebnis? Was hat dir am besten gefallen an deiner Erasmus-Erfahrung?

    Am besten hat mir gefallen, dass man so viele neue Leute aus verschiedenen Kulturen kennenlernen durfte. Dadurch habe ich viele neue Eindrücke bekommen. Was mein Erasmus ausgemacht hat, waren die Menschen dort, meine persönliche Weiterentwicklung und die aufregenden Erlebnisse.

  • Nils (Liechtenstein)

    Warum hast du dich für ein Auslandssemester mit Erasmus entschieden? Was war deine Motivation? 

    Ich wollte mich gerne weiterentwickeln, neue Leute kennenlernen und offener werden. 

     

    Wie hast du den Bewerbungsprozess empfunden? 

    Der war super, damit habe ich eine gute Erfahrung gemacht. Man konnte auf einer Online-Plattform mehrere Bewerbungen je nach Hochschule und Land einreichen und priorisieren. Da war alles übersichtlich, bei Fragen war auch immer jemand verfügbar.

     

    Wie war dein erster Eindruck der Uni und der Veranstaltungen?

    Für mich persönlich gab es da viele, spannende Eindrücke - besonders zu Beginn. Ich war das erste Mal für längere Zeit alleine im Ausland. Im Vorfeld hatte ich einen vorbereitenden Englisch-Sprachkurs in Münster belegt, aber eine Sprache zu lernen und letzten Endes zu sprechen sind immer zwei unterschiedliche Sachen. Von der Uni her war der erste Eindruck super, es gab eine Welcome Week, da wurde man an die Hand genommen und es wurde ein Programm zum Kennenlernen organisiert. In der Welcome-Week wurden wir mit einer kleinen Gruppe durch die Stadt geführt und haben das Land kennengelernt - das war wirklich gut organisiert. 

     

    Welche Unterschiede im Ausland hast du zum gewohnten Uni-Alltag in Münster feststellen können?

    Ich habe dort BWL studiert, daher war es fachlich anders als in Münster. Ansonsten gab es dort sehr kleine Kurse mit beispielsweise nur 20 Studierenden, dadurch gab es eine familiäre Atmosphäre. So hat man dort auch schnell Anschluss gefunden und neue Leute kennengelernt. 

     

    Wie war der Kontakt zu dem einheimischen und internationalen Kommilitonen?

    Mit den Einheimischen kam man oft durch die Gruppenarbeit in Kursen ins Gespräch. Mit den internationalen Kommilitonen haben wir uns sehr schnell untereinander angefreundet. Ich hatte dort eine Gruppe von Leuten, mit denen ich auch fast jeden Tag etwas gemacht habe. Meine Freunde aus meinem Erasmus-Semester kamen aus der Slowakei, Belgien, Schottland, Spanien und Russland – das war eine kunterbunte Runde, was sehr schön war. 

     

    Was war dein größtes Learning? Was hast du während deines Auslandssemesters gelernt? 

    Ich habe auf sozialer Ebene super viel mitgenommen, was mich und mein weiteres Leben wirklich positiv geprägt hat. In den fünf Monaten habe ich viele neue Menschen kennengelernt und es haben sich internationale Freundschaften entwickelt. Zum Beispiel haben wir oft zusammen gekocht und konnten so die unterschiedlichen Kulturen näher kennenlernen. Durch mein Erasmussemester und den Kontakt zu anderen bin ich viel offener und kommunikativer geworden. Die soziale Umgebung dort war mein Highlight, weil wir so viele schöne Ereignisse zusammen erlebt haben. Der interkulturelle Austausch war deswegen ein tolles Erlebnis für mich.

     

    Was nimmst du von deiner Erasmus-Erfahrung mit (für deine Zukunft)?

    Ich möchte gerne noch viel offener sein und noch mehr über andere Kulturen erfahren. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich auf Neues einzulassen und neue Umgebungen und Menschen kennenzulernen. 

     

    Wenn du Erasmus in drei Worten beschreiben könntest - welche wären diese?

    International. Vielfältig. Und aufregend!

  • Mathias (Polen)

    Wo und wann hast du dein Erasmus-Semester gemacht? 

    Ich habe von September 2019 bis Februar 2020 ein Erasmus-Semester in Posen gemacht. Posen ist eine Stadt in Polen mit über 500.000 Einwohnern und bekannt für ihre Universitäten und ihre schöne Altstadt. 

     

    Warum hast du dich für ein Auslandssemster entschieden?

    Nach dem Abitur bin ich, anders als viele meiner Mitschüler, nicht ins Ausland gegangen, sondern habe direkt mit meinem Studium begonnen. Deshalb stand schnell fest, dass ich während des Studiums die Möglichkeit nutzen möchte, ein Semester im Ausland zu studieren. Für das Erasmus-Programm habe ich mich entschieden, aufgrund der nicht allzu weiten Entfernung von Zuhause, der finanziellen Unterstützung durch das Stipendium und dem Interesse, mehr über Europa kennenzulernen.

     

    Wie lief der Bewerbungsprozess ab?

    Im Voraus habe ich mich informiert, welche Kurse ich, passend zu meinem Studienverlauf an der WWU, im Ausland belegen kann und meine Bewerbung beim International Relations Center des FB4 abgegeben. Ich bin der Meinung, beim Erasmus-Semester ist es eher zweitrangig wo es stattfindet, denn ein Erasmus-Semester lebt davon, dass Studenten aus verschiedenen Ländern zusammenkommen. Polen war zwar mein Gastland, aber trotzdem hatte man Kontakt mit Studenten aus vielen verschiedenen Ländern. Internationale Erfahrungen sammelt man überall.

     

    Was hast du im Auslandssemester gelernt? Was nimmst du für die Zukunft mit?

    Ich habe zahlreiche internationale Freundschaften knüpfen können, meine Englischkenntnisse verbessert, bin eigenständiger geworden und fühle mich jetzt sicherer beim planen und organisieren. Das Erasmus-Programm finde ich wichtig und sinnvoll, da es den europäischen Zusammenhalt stärkt und verhindert, dass nicht ausschließlich in einzelnen Ländern, sondern mehr europaweit gedacht wird. In Zukunft könnte ich mir vorstellen, ein Praktikum im Ausland oder den Master komplett im Ausland zu machen.