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Seminarleitung: Prof. B. Hellingrath, Prof. J. Becker

Schlagwörter: SCM, ECR, JIT, SCOR, Hybride Wertschöpfung, RFID

Supply Chain Management

Moderne Unternehmen in globalen Märkten sind auf effektive Versorgungswege angewiesen. Weitreichende Marktentwicklungen haben dazu geführt, dass die Ausschöpfung logistischer Optimierungspotenziale einen zentralen Faktor für den Unternehmenserfolg darstellt. Neben der fortschreitenden Globalisierung des Beschaffungs- und Absatzmarktes haben insbesondere informationstechnologische Fortschritte neue Potenziale eröffnet. Die Nutzung dieser Möglichkeiten erfordert eine grundlegende Restrukturierung der logistischen Prozesse auf strategischer, taktischer und operativer Ebene.

Das Modul stellt die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen im E-Business (B2B) in den Fokus der Betrachtung. In einem Grundlagenteil werden dabei die Basiskonzepte der Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- sowie der Entsorgungslogistik diskutiert und auf eine flussorientierte Betrachtung der inner- und überbetrieblichen Logistik hingeleitet.

SCOR Modell

Im Spezialteil zum Supply-Chain Management  stehen die Kernprobleme des überbetrieblichen Logistikmanagements im Vordergrund. Aufbauend auf logistischen Konzepten wie „Efficient Consumer Response“ (ECR) und „Just-in-Time“ (JIT) werden die strategischen Ziele des Supply Chain Management herausgearbeitet. Als Gestaltungsrahmen für die SCM-Prozesse wird das Supply-Chain Operations Reference-model (SCOR) vorgestellt. An Hand dessen Ebenensystems werden in sukzessivem Detaillierungsgrad die Planungselemente von Wertschöpfungsnetzwerken diskutiert und essentielle Werkzeuge zur Entwicklung individueller Prozessimplementierungen vermittelt.

Wichtige Instrumente zur Gestaltung effizienter Wertschöpfungsketten sind dabei bspw. Modellierungstechniken zum strukturierten Entwurf komplexer Ablaufstrukturen sowie Kennzahlen- und Berichtssysteme zur Messung der Logistik-Performance. Im Rahmen einer Prozessimplementierung sind auf IT-Seite moderne Basistechnologien wie RFID (Radio Frequency Identification), bzw. unterstützende Software wie Enterprise-Resource-Planning (ERP)- oder Customer-Relationship-Management (CRM)-Systeme hinsichtlich ihrer Einsatzpotentiale zu bewerten und deren Integration entsprechend vorzubereiten.

Hybride Wertschöpfung

Als konsequente Weiterentwicklung des SCM-Ansatzes wird als aktueller Trend die hybride Wertschöpfung im Rahmen von Hersteller-Dienstleister-Kooperationen diskutiert. Die Integration von Produkten mit flankierenden Dienstleistungen stellt dabei eine logische Fortführung der kundenorienterten Produktentwicklung dar und impliziert im Rahmen einer überbetrieblichen Kooperation von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen neue, spezifische Anforderungen an das Informationsmanagement innerhalb solcher Netzwerke.

Die Absolventen des Moduls SCM sind in der Lage, Unternehmen und ihre Partner als umfassendes logistisches System zu begreifen und selbstständig Interdependenzen zwischen Effizienz und Risiko aufzudecken um auf dieser Basis betriebswirtschaftlich sinnvolle und informationstechnisch durchführbare Entscheidungen zu fällen. Sie sind in besonderem Maße dazu befähigt, klassische betriebswirtschaftliche Denkmuster zu hinterfragen und vor dem Hintergrund technisch induzierter Optimierungspotenziale selbstständig neue logistische Konzepte zu entwerfen.
 


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