Problemstellung:
Referenzmodelle sind in der Praxis seit einigen Jahren als Hilfsmittel bei der Gestaltung von Softwaresystemen bei Großunternehmen etabliert. Das in den Referenzmodellen enthaltene Know-how, das bei der Gestaltung von fachkonzeptionellen Modellen in den frühen Phasen der Softwareentwicklung genutzt werden kann, wirkt sich kosten- und zeitmindernd auf den Softwareerstellungsprozess aus.
Insbesondere für kleine und mittlere Softwareunternehmen (KMSU) birgt die Wiederverwendung des in Referenzmodellen enthaltenen Wissens Einsparpotenziale. Da aber Referenzmodelle einen signifikanten Grad an Allgemeingültigkeit besitzen, müssen sie für die Wiederverwendung an die Bedürfnisse der von den KMSU bearbeiteten, meist speziell gearteten Märkte angepasst werden. Der Anpassungsprozess gestaltet sich sehr aufwändig, insbesondere da Referenzmodelle i. d. R. ein sehr breites Einsatzgebiet abdecken und eine große Zahl an Varianten enthalten können.
Die Anfertigung von Modellvarianten seitens der KMSU, die für die Befriedigung von speziellen Kundenbedürfnissen notwendig sein kann, produziert weitere Aufwände. Da sich die erstellten Varianten teilweise auch überlappen können, entstehen Redundanzen in der Modellbasis, die wiederum Zusatzaufwände für die Modellpflege nach sich ziehen können. Insbesondere kurzfristige Reaktionen auf Anforderungen von bereits softwareanwendenden Kunden, die sich in Form einer weiteren Adaption der Modelle äußern können, sind erstens aufgrund des hohen Pflegeaufwandes i. d. R. nicht möglich, und bleiben zweitens wegen einer fehlenden methodischen Unterstützung für ein effizientes Feedback regelmäßig aus.
Zielsetzung:
Im Rahmen des Projektes RefMod06 wird ein Konzept entwickelt, das es KMSU ermöglicht, das in Referenzmodellen enthaltene Know-how effizient für die Entwicklung von Standardsoftware zu nutzen. Der Grundgedanke ist dabei die Adaptivität der Referenzmodelle. Die Adaption des Referenzmodells, welches der Software zugrunde liegt, unterstützt die Selektion geeigneter Softwarebausteine und funktionalitäten für die Erstellung kundenindividueller Software. Unterstützt wird dies durch eine Referenzmodellierungstechnik, die geeignete Mechanismen zur Adaption der Referenzmodelle und deren Konsistenzerhaltung bereitstellt. Codegeneratoren, welche die angepassten Referenzmodelle in DV-Modelle und Quellcode transformieren, führen zu einem konsistenteren Softwareentwicklungsprozess. Ein integriertes Controlling-Konzept soll die Referenzmodelladaption auf die Kundenanforderungen geeignet bewerten und ein Feedback ermöglichen.
Das Projekt RefMod06 muss zur Erreichung des Ziels folgende drei Teilziele entwickeln.
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Entwicklung eines Fachkonzeptes einer adaptiven Referenzmodellierungstechnik:
Als Ergebnis dieses Teilziels soll die fachkonzeptionelle Beschreibung einer Modellierungstechnik bereitstehen, die die teilautomatisierte Generierung von Referenzmodellvarianten erlaubt. Methoden der Modellgenerierung sollen sowohl konfigurative als auch aggregative Ansätze umfassen. Zudem soll die weitere, manuelle Anpassung der Referenzmodellvarianten durch methodische Hilfestellungen beschleunigt und vereinfacht werden.
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Erweiterung der Referenzmodellierungstechnik um Controllingmechanismen:
Der Erfolg einer Software hängt von der Passgenauigkeit auf die kundenseitigen Geschäftsprozesse und einer effizienten Softwareeinführung beim Kunden ab. Beide Kriterien sollen mit Hilfe eines integrierten Controllingmechanismus gemessen und bewertet werden, um wertvolle Anregungen zur Anpassung der Referenzmodelle zu liefern. Diese Mechanismen werden fachkonzeptionell spezifiziert und in die Referenzmodellierungstechnik integriert.
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Umsetzung der adaptiven Referenzmodellierungstechnik in einem Modellierungstool:
Zur Unterstützung der adaptiven Referenzmodellierung wird ein an der Referenzmodellierungstechnik und Controllingmechanismen ausgerichtet Tool entwickelt, welches den Softwareerstellungsprozess in KMSU unterstützt. Zur weiteren Unterstützung werden Codegeneratoren integriert, die die Überführung des adaptierten Referenzmodells in DV-Modelle (z. B. in UML) und Quellcode ermöglichen.
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