Vorwort
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Die Anzahl der Unternehmen, die Investitionsentscheidungen auf der Grundlage investitionstheoretischer Methoden treffen, nimmt permanent zu. Die in der Praxis am weitesten verbreiteten Verfahren - die Kapitalwert- und die interne Zinsfußmethode - beinhalten jedoch implizite Prämissen, durch deren Problematik die Abbildungsgenauigkeit der Modelle in Frage zu stellen ist. In der vorliegenden Arbeit wird deshalb die Möglichkeit untersucht, die klassischen Verfahren durch die Konzeption der vollständigen Finanzplanung, bei der sämtliche Zahlungen explizit dargestellt werden, zu ersetzen.
Der Grundgedanke einer vollständigen Finanzplanung für Investitionsentscheidungen geht auf Matthias Heister zurück, dessen Arbeit als Basis für die Entwicklung von Totalmodellen zur Investitions- und Finanzierungsprogrammplanung angesehen wird. Derartige Modelle zur Simultanplanung haben zwar die Theorie bereichert, ihre praktische Bedeutung wird allerdings als gering angesehen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird deshalb versucht, die theoretischen Vorzüge von Totalmodellen bei der Partialanalyse einzelner Investitionsvorhaben zu nutzen.
Der vollständigen Finanzplanung kommt eine Abbildungs- und eine Explikationsfunktion zu. Während die Abbildungsfunktion die modellmäßige Erfassung sämtlicher einer Investition zuzurechnenden Ein- und Auszahlungen einschließlich der Finanzierungs- und Steuerzahlungen betrifft, bezieht sich die Explikationsfunktion auf die Aufdeckung impliziter Prämissen klassischer Modelle. Es wird gezeigt, dass jahrzehntealte Missverständnisse mithilfe der vollständigen Finanzplanung behoben werden können.
Zur Realisierung des Vorhabens, Investitionsrechnungen mit vollständigen Finanzplänen durchzufahren, erscheint es sinnvoll, wesentliche Modellelemente zu standardisieren. Die Standardisierung des Aufbaus eines vollständigen Finanzplans - des V0FIs - und des Ablaufs der Zielwertberechnung bildet gleichzeitig das Anforderungsprofil für die Entwicklung eines EDV-Programms. Eine Rechnerunterstützung erscheint für die praktische Anwendung der vollständigen Finanzplanung unerlässlich.
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Münster, im Mai 1989
Heinz Lothar Grob |
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